Katholische Kirchengemeinde St.Konrad

Anschrift:

Katholisches Pfarramt St. Konrad
Theodor Storm Str. 24
24589 Nortorf
Tel.: 04392/1441
Pfarramt@st-konrad-nortorf.de

Allgemeine Angaben:

Kuratie mit 850 Katholiken ; zur Kuratie ghören die Stadt Nortorf, das Amt Nortorf- Land und die Gemeinde Aukrug im Amt Aukrug; Kirchwege bis 20 Km.

Chronik

Schon im 9. Jahrhundert, als der hl. Ansgar Erzbischof von Hamburg war, gehörte Nortorf als nordöstlichste Kirche des Holstengaues zu seinem Erzbistum.

Die Kirche soll eine kleine Kapelle gewesen sein – 6 Schritt breit und 10 Schritt lang- und sie wird wohl nur als Betraum und Predigtraum genutzt worden sein. Sakramente durften nicht gespendet werden. Dafür bestand in Schenefeld eine Kirche mit Sakramenten, Gemeinde und Geistlichkeit. Etwa 300 Jahre später um 1150 wurde in Nortorf eine richtige christliche Gemeinde eingerichtet und die Kirche, die dem hl. Martin geweiht wurde, trat an die Stelle der Kapelle. Nortorf wurde bis zum 14. Jahrhundert neben Neumünster und Kaltenkirchen der größte Pfarrbezirk in Nordelbien. Um 1440 gingen die Pastoralrechte vom Hamburger Domkapitel an das Zisterzienser Kloster, Itzehoe. Die Äbtissin nahm am 25.03.1441 durch eine Schenkungsurkunde Besitz von der St. Martin-Kirche, Nortorf. Die Nonnen leiteten die Kirche bis zur Reformation 1530.Im Jahre 1542 wurde in Nortorf, wie in ganz Schleswig-Holstein durch den Dänenkönig Christian III. die öffentliche Ausübung der katholischen Religion untersagt. Es sollte mehr als vier Jahrhunderte dauern, bis ein katholischer Pfarrer in Nortorf eine Gemeinde aufbaute.

Die wenigen Katholiken, die von der Zeit der Jahrhundertwende bis zum Eintreffen des neuen Pfarrers in und um Nortorf ansässig waren, wurden bis 1928 von Rendsburg, ab 1928 von Neumünster aus seelsorgerisch betreut.

Der Flüchtlingsstrom (ca. 4000 Personen) während und nach dem letzen Krieg brachte viele Katholiken nach Nortorf. In dieser Zeit wurden am Sonntag Nachmittag katholische Gottesdienste in der ev. St. Martin-Kirche gefeiert. Am 14. Juli 1946 spendete Pfarrer Hubert Kohstall 17 Kindern in dieser Kirche die erste hl. Kommunion.

Am 4.9.1946 wurde Pfarrer Alois Schönberner erster katholischer Seelsorger nach der Reformation in Nortorf. Am 21.9.1946 fand die erste heilige Messe in der Bahnhofstr. 3 statt. Sein Einführungsgottesdienst wurde am 22.9.1946 in der evangelischen St.-Martin-Kirche gefeiert.

In der Folgezeit feierte man die Gottesdienste in den Schulen in Langwedel, Bargstedt und Gnutz.

Nach mühevoller Suche nach einem geeigneten Raum in Nortorf, gelang es Pfarrer Schönberner mit Hilfe von Herrn Meese, Brammerau „den sehr schäbigen Saal" „Alter Landkrug“ in der Großen Mühlenstraße , für 75,00 RM zu mieten, der aber bei Tanz geräumt werden musste“. (Bericht von Pfarrer Schönberner) Mühsam, aus Bettelpredigten und Schenkungen, wurden aus Bayern Sakristeiausrüstung, Messgewänder und eine prachtvolle Monstranz zusammengetragen. Den ersten Gottesdienst im „Alten Landkrug“ feierte man am 12.11.1946. Weiterhin fanden auch auf den Dörfern Gottesdienste statt. Pfarrer Schönberner betreute 11 Unterrichtsstationen und 10 Gottesdienststationen. Durch Krippenspiele und Theatervorführungen der Jugend, die auch auf die Nachbargemeinden ausgedehnt wurden, wuchs das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit. Gemeindefeste, die im größten Saal von Nortorf durchgeführt wurden und die Gründung eines Kirchenchores, festigten das Gemeindebewusstsein. (Bericht Pfarrer Schönberner)

Am 11.4.1949 gelang es einen Kirchbauplatz an der Parkstraße zu kaufen. Bei der Firmung in Nortorf im Sept. 1949 (100 Firmlinge), der ersten nach der Reformation, sah Erzbischof Dr. Wilhelm Berning im mehr als überfüllten „Alten Landkrug“, dass der Bau einer Kirche notwendig war. Er gab den Startschuss, ohne Mittel versprechen zu können.

Bausteinaktionen und Sammelpredigten lösten jetzt einander ab. (Bericht Pfarrer Schönberner)

Mit dem ersten Spatenstich für Kirche und Pfarrhaus begann man am 22.5.1950. Grundsteinlegung war am 29.6.1950 und die neue Konradkirche konnte am 22.10.1950 durch Pfarrer Braun und Pfarrer Stenzel eingesegnet werden.

103 Gemeindemitglieder hatten ehrenamtlich mitgeholfen. Außer dem Tabernakel und dem Altar war nichts in der Kirche. Sie bildeten aber doch jetzt den Mittelpunkt der Gemeinde. Vom Tabernakel her wuchs und erstarkte sie. (Bericht Pfarrer Schönberner)

Durch weitere Bettelpredigten und Sammlungen konnten im Laufe der Zeit Ziborium, Sakristei- und Altarschellen, Kirchenbänke, ein Pedalharmonium, 2 Glocken aus Schlesien, Schränke für die Sakristei und neue Gewänder angeschafft werden.

Am 01.10.1953 wurde die Kirche und der Altar durch den Weihbischof Johannes von Rudloff konsekriert.

Am Nachmittag fand die zweite Firmung in der Gemeinde mit 50 Firmlingen statt.

Ab dem 01.10.1953 ist Nortorf durch Errichtungsurkunde von Erzbischof Wilhelm Berning eigenständige Kirchengemeinde mit eigenem Kirchenvorstand.

Am 24.04.1955 wurde eine Altarreliquie und Kreuz mit Reliquie des hl. Bruder Konrad eingeweiht.

Nach 30 Jahren wurde die Sakristei und der Gemeinderaum zu klein. Der Anbau konnte nach nur vier Monaten Bauzeit am 25.02.1984 fertiggestellt und nach einem Festhochamt von Pfarrer August Rothert gesegnet werden.

Die Statuen von Maria und Josef und die Krippenfiguren kamen später dazu...

Pfarrarchiv:

Pfarrchronik ab 1946 (Lücken 1957-1967 und 1975-1976)

Pfarrpatron:
Konrad von Parzam

- am 22. Dezember 1818 in Parzam / Niederbayern geboren,
- mit bürgerlichem Namen hieß er Johannes Birndorfer,
- mit sieben Jahren empfing er die heilige Erstkommunion,
- als Kind war er schon ein eifriger Beter des Rosenkranzes,
- jeden Sonntag empfing er die heilige Kommunion,
- er wollte mit 20 Jahren Priester werden, ist es aber nie geworden,
- mit 30 Jahren ist er in das Kapuziner – Kloster St. Anna in Altötting eingetreten,
- das Geheimnis der Eucharistie bildete die Mitte und die Quelle seiner Frömmigkeit,
- im Kloster empfing er mit einer Sondergenehmigung täglich die heilige Kommunion.
- in einem dunklen, engen Raum, der Alexiuszelle, verbrachte er viele Stunden im Gebet,
- er zeichnete sich aus durch Gebetseifer, Diensteifer und durch seine aufopfernde Liebe zu Wallfahrern, Wanderer und Arme,
- Bruder Konrad versah 41 Jahre den Pförtnerdienst als Mittler zwischen Kloster und Welt,
- am 21. April 1894 starb Bruder Konrad,
- im Jahre 1912 wurde der Seligsprechungsprozeß eröffnet,
- am Dreifaltigkeitsfest 1930 war die Seligsprechung,
- Heiligsprechung des seligen Bruder Konrad erfolgte am 20. Mai 1934,


Erbaut 1950 , Saalkirche aus roten Backsteinen, Frontseite mit großem Fenster über dem Portal und Dachreiter über dem Giebel, dessen Satteldach auf 2 Betonwänden ruht. 120 Sitzplätze.

Ökumene:
Weltgebetstag der Frauen und Kinder, ökum. Gottesdienst, ökum. Seniorennachmittag zur Nortorfer Woche, ökum. Jugendnachmittag

Kirchliche Einrichtungen:
Gemeinderäume
Pfarrgarten

Kirchliche Verbände:
KFD (Katholische Frauen Deutschland) (seit 1979)

Leitende Geistliche:
1946-1958 Alois Schönberner
1958-1967 Wilhelm Malik
1967-1975 Lothar Plötz
1975-1985 August Rothert
1985-1994 Koen Van Kerschaver
1994- Manfred Beuke

Diakone:
1977-1989 Gerhard Enzenroß
1990-1998 Karl-Hans Glunz

Pastoralassistent:
1998-2001 Thomas Kramer

Gemeindereferentinen

2002- 2004 Jutta Werkle
2004- Ulrike Imbusch